So ein Abend ist was neues für mich. Und ich freue mich darauf. Morgen Abend im Literaturhaus zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann. Sie ist mir zum ersten Mal über den Weg gelaufen, nachdem Bettina Storks ihren Roman "Poesie der Liebe" herausbrachte. Ihr Name war mir irgendwie bekannt. Aber mehr auch nicht.. Vor zwei Jahren sah ich mir im Kino den Dokufilm von Margarete von Trotta an, ich verfolgte die Bachmann Tage in Klagenfurt auf 3Sat. Nun also ein Vortrag :)
Ich war rechtzeitig da, viele vor mir, hab einen Platz gefunden. Einen Büchertisch gab es nicht. Deshalb ging ich in die kleine Buchhandlung im Literaturhaus, die an Veranstaltungstagen bis 21.00 Uhr auf hat. Ich sah das Buch von Nicole Seifert über die Autorinnen in der Gruppe 47, nahm es. Ich fragte die Inhaberin ob Frau Seifert es wohl signieren würde? Sie bejahte. Ich zahlte, wollte mich umbuchen, da wurde mir das Buch aus der Hand genommen. Da ist sie ja, sie macht es bestimmt jetzt und legte es Frau Seifert in die Hand. Na klar sagte sie. Und es geschah. Sie fragte nach meinem Namen und unterschrieb im Buch. Ich bedankte mich. Ich holte mir was zu trinken und ging mit Glas und Buch zu meinem Platz. Die Plätze fast alle gefüllt. Jung und alt waren trotz der Hitze gekommen. Kurz nach 19.00 Uhr ging es los. Frau Seifert erzählte worum es an diesem Abend ging. Nicht um die vielen Herren in Ingeborg Bachmanns Leben sondern um ihre Freundschaften zu Autorinnen wie Ilse Aichinger. Es war ein unterhaltsamer, informativer Abend. So machen Vorträge Spass und ich komme gerne wieder. Ich bin ja skeptisch, was die Briefe zwischen Prominenten Menschen betrifft. Es ist ihre Privatsache. Darüber konnte ich mich mit den Dreien in der Pause unterhalten. Franz Kafka zb. wollte, das sein Freund Max Brod all seine Korrespondenz, Manuskripte etc. nach seinem Tod vernichtete. Wie wir wissen, hatte er sich nicht dran gehalten. Im Fall Bachmann / Frisch gab es eine sog. Sperrklausel, die vor einiger Zeit abgelaufen war. Während ich mich mit den 3 Frauen unterhielt, begann schon der Film im Saal. Ich verpasste aber nicht viel. Die meisten waren schon gegangen, so konnte ich mir einen geeigneten Platz zum Gucken suchen. Der Film wurde am späten Abend bei Arte gezeigt und kann bestimmt in der Mediathek angesehen werden. Nach einer Stunde ging es auch für mich nach Hause.
Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann
»Wenn ich sie hier und da sehen tät, hätt ich mehr davon als von meinen sämtlichen Herren«
Ingeborg Bachmann wird immer wieder durch ihre Liebesbeziehungen mit männlichen Kollegen betrachtet – an diesem Abend soll es um ihre Freundschaften mit Kolleginnen gehen. Insbesondere Ilse Aichinger und Marie Luise Kaschnitz waren für Bachmann wichtige Gegenüber. »Ich muss hier und da reden können, ich muss das Äußerliche an einem Projekt loswerden«, schrieb sie an Hans Werner Henze, »und ich hab meistens niemand gehabt, hier und da war aber doch jemand da, die Ilse, die Kaschnitz.« Aichinger hat ihren Roman »Die größere Hoffnung« bereits geschrieben, als die beiden sich 1947 in Wien kennenlernen, Bachmann studiert noch. Anfang der 1950er-Jahre werden beide als die einzigen jungen Frauen zu den Treffen der Gruppe 47 eingeladen. Der Briefwechsel mit Marie Luise Kaschnitz beginnt Mitte der 50er-Jahre, ein Austausch über die Möglichkeiten, sich auf dem literarischen Markt als Autorinnen zu behaupten und während des Wettrüstens und des Kalten Kriegs eine poetische Sprache zu finden.
Die Autorinnen Katharina Hagena und Nicole Seifert machen sich im Gespräch ein Bild dieser Frauen und ihrer Freundschaften. Die Schauspielerin Christiane von Poelnitz liest ausgewählte Passagen.
Ingeborg Bachmann auf meinem Blog:





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