Vor einem Jahr erschien der bis dahin unveröffentlichte Roman "Abschied" aus dem Nachlass von Sebastian Haffner, 1999 verstorben. Abschied wurde um 1932 geschrieben.
Zitat Wikipedia
Der erste Roman Die Tochter war als Fortsetzungsroman in einer Hamburger Zeitung erschienen, eine Buchveröffentlichung kam aufgrund des Konkurses des vorgesehenen Verlages nicht zustande
Warum erscheint Abschied, der 2. Roman vor dem ersten???
Ich hatte mir "Abschied" angeschaut aber dann liegen gelassen. Nun erscheint der erste Roman "Die Tochter" und der Inhalt macht mich sehr neugierig. Ein Gesellschaftsroman Mitte der 20er Jahre. Diesen werde ich nicht liegen lassen und "Abschied" habe ich mir heute in der Buchhandlung meines Vertrauens zurück legen lassen.
Nach dem Nr. 1-Bestseller »Abschied« erscheint nun Sebastian Haffners hellsichtiger Roman über eine Familie, die sich vor der Freiheit fürchtet
Berlin im Oktober 1926: Die sechzehnjährige Lulli Langfuß will kurze Haare, ausgehen, frei sein. Doch in Lichterfelde schleichen ihr labiler Vater, die herrische Tante Viktoria und eine uralte Großtante in Filzschuhen durchs Haus, träumen vom Kaiser und zeigen der Zeit, »dass sie nichts von ihr wissen wollen«. Als Lulli auf einem Tanzfest den zynischen Arvid kennenlernt, beginnt sie offen zu rebellieren und zerreißt damit bald die Fassade einer ganzen Existenz. Sebastian Haffners bewegender erster Roman, drei Jahre vor »Abschied« geschrieben und sein letzter freigegebener Roman aus dem Nachlass, ist ein verblüffend hellsichtiger Gesellschaftsroman. In eindringlicher Sprache macht der Zwanzigjährige den Aufbruch und Überschwang der Weimarer Republik ebenso spürbar wie die Schizophrenie einer emotional verkümmerten Generation.
Sebastian Haffner, geboren 1907 in Berlin, studierte Rechtswissenschaften. Doch den Beruf des Juristen im Nationalsozialismus konnte er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren. Er arbeitete als Journalist und emigrierte 1938 nach England, wo er unter anderem seine erst postum veröffentlichte »Geschichte eines Deutschen« verfasste. 1954 kehrte er zurück und wurde mit Werken wie »Anmerkungen zu Hitler« ein zentraler Publizist der Bonner Republik. Er starb 1999. 2025 erschien sein bislang unveröffentlichter Roman »Abschied« bei Hanser.
Annett Gröschner, geboren 1964 in Magdeburg, lebt seit 1983 in Berlin und ist Schriftstellerin und Journalistin. 2021 erhielt sie den Großen Kunstpreis Berlin – Fontanepreis und den Klopstock-Preis des Landes Sachsen-Anhalt.
















