Letzte Woche habe ich ihre Tagebücher gelesen. Zuerst von ihr habe ich im Buch von Tillmann Lahme über Thomas Mann. Dort wird ihre Begegnung mit dem Dichter beschrieben. Sie ging noch zur Schule und er wohnte in ihrer Nähe. Ich fing an mich ihr zu beschäftigen, las Bücher von ihr und über sie. War immer beeindruckend. Nun also ihre Tagebücher. Was ich ganz selten mache, auch Biographien nicht. Weil ich der Meinung bin, das ist privat und geht mich nichts an. Beeindruckend was sie schreibt. Ich schreibe nur über meinen Alltag, mal mehr mal weniger. Wenn ich früher angefangen hätte, hätte ich sicherlich mehr geschrieben, was in mir vorgeht, was mir passiert. Das versuche ich gerade zu ändern, zu schreiben, was in meinem Kopf ist, worüber ich mich freue oder ärgere. Ob man alle ihre Listen abdrucken musste, lass ich mal dahin gestellt. Ich bin ja auch so eine, die sowas oder anderes aufschreibt. Vieles davon ist interessant, manches dagegen eher nicht. Ich hatte aber nicht das Gefühl, es war verlorene Lesezeit. Im Gegenteil. Es sind sicherlich nicht die letzten Bücher, die ich über sie lese
Bereits mit fünfzehn vertiefte sie sich in Rilke und Gide, mit siebzehn heiratete sie ihren Professor: Susan Sontag war eine ungewöhnliche Frau. Ihr Lebenshunger und ihre unstillbare Wissbegierde führten die junge Intellektuelle von Kalifornien nach Chicago, später nach Paris und New York. Die frühen Tagebuchnotizen der Kunstbegeisterten bieten unvermutete Einblicke in ihre widersprüchliche Persönlichkeit: Das Private - ihre Ehekrise, ihre Liebschaften und ihre Homosexualität - sind der Anlass für weitreichende, tiefsinnige Betrachtungen. Ihr intimes Selbstporträt ist das Zeugnis eines einzigartigen intellektuellen Werdegangs und gleichzeitig ein Zeitdokument ersten Rangs.
Die Übersetzung wurde von der Brougier-Seisser-Cleve-Werhahn-Stiftung gefördert: www.bscw-stiftung.de.


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