Sonntag, 19. April 2026

Siri Hustvedt - Ghost Stories

Hier habe ich und das nicht zum ersten Male, meine Komfortzone verlassen, was das Lesen betrifft. Nach dem Lesen bedaure ich es umso mehr, das ich die Lesung auf Kampnagel verpasst habe. Ob ich wohl eine Karte bekommen hätte?? Ich war zur gleichen Zeit bei einer Lesung mit Robert Brack. Auch ein sehr schöner Abend. Ich hatte mir vorher einige kurze Vorstellungen der verschiedenen Radio Sender angehört. Und als ich die Möglichkeit hatte, ein signiertes Buch zu bekommen, habe ich zugegriffen. :)  Gestern und heute habe ich es gelesen. Ich habe sogar, was ich selten mache, 3 Stellen unterstrichen. Darunter ein Zitat von Simone de Beauvoir. 

Man kommt nicht als Frau zur Welt...

...man wird es.

Siri Hustvedt und ihr Mann Paul Auster sind mir vorher bekannt gewesen. Gelesen habe ich bisher noch nichts von Ihnen. Aus ihrem Leben war mir nichts bekannt. Bei dem Titel "Ghost Stories" habe ich zuerst gedacht, es handelt sich hier um eine Anzahl von Kurzgeschichten. Falsch gedacht. Die Erinnerungen, ihre Trauerbewältigung, wie sie mit dem Verlust ihres Mannes umgeht, hat mich sehr berührt. Das Buch enthält zahlreiche Briefe, von Paul geschrieben, kurz vor seinem Tod aber auch zahlreiche Notizen, Briefe von Siri an Paul und umgekehrt. Es war nicht einfach das alles zu lesen. Ihre "Was wäre wenn" Fragen kann ich gut nachvollziehen, stelle ich sie mir doch auch ständig, obwohl ich weiß, das ich nichts daran ändern kann. Der Fehler in meinem Leben lag nicht bei mir. Empfehlen kann ich das Buch jedem. 


Als er im Sterben lag, sagte Paul Auster seiner Frau, er wolle ein Geist werden. Und das ist er für Siri Hustvedt geworden: eine allzeit spürbare Präsenz, schmerzlich und tröstlich zugleich. Sie trägt seine Jacke, sie meint, seine Zigarillos im Haus zu riechen, sie liest seine Bücher von Neuem. Und zum ersten Mal seit langer Zeit liest sie ihre eigenen Liebesbriefe, vom Beginn einer gemeinsamen Geschichte, die 43 Jahre währen sollte.

Mit ihrem beispiellosen Trauer-, Gedächtnis- und Liebesbuch nähert sie sich dem unmöglichen Wunsch, Paul zu neuem Leben zu erwecken. Und Paul selbst kommt zu Wort, mit Briefen, die er für den Monate vor seinem Tod geborenen Enkel Miles hinterlassen hat.

In diesem großen Werk der Erinnerung werden Fragen aufgeworfen, die alle Menschen angehen; es lässt eine einzigartige Liebes- und Lebensgemeinschaft wiedererstehen, die des legendär gewordenen Autorenpaars aus Brooklyn.








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